Höhlensinter, so der Überbegriff für Tropfsteine, stellen inzwischen ein bedeutendes terrestrisches Paläoklimaarchiv dar, das zeitlich hochauflösende Untersuchungen ermöglicht. Allein die Information, wann ein Tropfstein gewachsen ist, erlaubt Aussagen zu den Umwelt- und Klimaverhältnissen der Vergangenheit. Unter vollglazialen Bedingungen mit Permafrost und einer nur geringen Boden- und Vegetationsdecke, kommt das Sinterwachstum zum Erliegen. Tropfsteine sind somit ein direkter Beleg für warme oder gemäßigte Klimaphasen. In den letzten Jahren hat der Fortschritt der instrumentellen Analytik wesentlich dazu beigetragen, die konservierten Informationen der Höhlensinter zu entschlüsseln. Die isotopische Signatur in Bezug auf Sauerstoff (18O/16O) und Kohlenstoff (13C/12C) gibt Hinweise auf die Temperatur- und Bodenentwicklung im Höhlenumfeld.
Vortrag
18:00 Uhr, Dauer: 30 Min.
Seminarraum 2.010
Geowissenschaften
Institut für Ur- und Frühgeschichte in Kooperation mit: Forschungsgruppe Höhle und Karst
21 FAU Phil, Philosophisches Seminargebäude II Kochstraße 4 91054 Erlangen